Türkei Wunderwelt Kappadokien mit und
 
 

 
 

Fotoalbum gefällig??

10.10.2014 - 19.10.2014

 


 

TAG 1: WILLKOMMEN IN DER TÜRKEI
Flug nach Antalya und Busfahrt in unser Hotel. Antalya wurde nach antiker Überlieferung 158 v. Chr. von König Attalos II. von Pergamon gegründet. Nach ihm erhielt sie den Namen Attaleia. Die Stadt wurde nacheinander von Römern, Byzantinern und Seldschuken beherrscht. Abends Begrüßung durch den ASI-Wanderführer, der bei einem Willkommensdrink Infos zur bevorstehenden Wander- und Entdeckerwoche in Kappadokien gibt.
 
 

 

 

Freitag, 10.10.2014
Mit  dem Zug bzw. der S-Bahn Anreise zum Flughafen München. Abflug 13:55 Uhr nach Antalya. Zuerst jedoch noch Wechsel von meinem gebuchten Fensterplatz auf die Notsitzreihe, da mein Sitznachbar wegen körperlicher Fülle enorme Probleme mit seinem Sitzplatz hatte. Durch den Wechsel hatte ich dann aber bessere Beinfreiheit. Übrigens: Die Platzreservierung war bei TUI nicht möglich, über SunExpreß fand ich dann eine Option, die jedoch Aufpreis von 20 € kostete; dafür Sandwich und 25 kg Freigepäck inbegriffen. Mit 6 Personen ging es denn im Transfer zum Hotel > sehr geringe Teilnehmerzahl vermutete ich daraufhin. Im Hotel ADALYA angekommen, war dann doch das Bedürfnis, sich etwas frisch zu machen. Erstaunt musste ich jedoch feststellen, dass mein Zimmer schon belegt war. Die Lösung war etwas überraschend: Ich hatte auf dem Schlüssel "208" gelesen, hatte aber Zimmer "209". Der Schlüssel passte aber auch bei "208". Diese Story löste beim Abendessen dann einige Ungläubigkeit und Belustigung aus. Hier wurde ich dann schnell über die tatsächliche Gruppengröße informiert: 21 Teilnehmer waren gemeldet (Maximum laut Katalog jedoch 20).


TAG 2: TERMESSOS UND DER KURŞUNLU-WASSERFALL
Fahrt nach Termessos, wo wir durch die gut erhaltene Ruinenstadt am Fuße des Taurusgebirges wandern. Termessos liegt ca. 30 km nordwestlich der Stadt Antalya in der Landschaft Pisidien. Die erste historische Erwähnung der Stadt ist die erfolglose Belagerung Alexander des Großen (334/333 v. Chr.) Reste der Verteidigungsringe, Stadtmauern, Tempel und andere Gebäude sind noch heute zu besichtigen. Insbesondere das gut erhaltene antike Theater lohnt den Besuch auf die Bergfestung. Anschließend besuchen wir den Kurşunlu-Wasserfall. Dieser liegt in einem 2 km langen Canyon. Der gleichnamige Naturpark ist 394 Hektar groß und besteht aus 7 sich aneinanderreihende Seen. Die Flora und Fauna des Canyons machen ihn einzigartig.
 
 

 

Samstag: 11.10.2014
Nach einer schlecht geschlafenen Nacht (Kissen aus Schaumstoff) war dann um 7:30 Uhr das erste Frühstück angesagt. Der Anstieg zum antiken Theater war relativ einfach und wenig anstrengend. Hier viel mir dann gleich Elke (Freifrau von) auf, die mit schnellen präzisen Handstrichen eine Zeichnung des Theaters erstellte; einfach toll! Die anschließende Wanderung im
Kurşunlu-Nationalpark sowie der Altstadt von Antalya ließen den Tag ausklingen. Nach dem Abendessen war noch ein privater Altstadtrundgang angesagt.


TAG 3: DAS ANTIKE SELGE
Wir fahren zum Eingang der Köprülü-Schlucht, wo die Alten eine Steinbrücke bauten, die seit dem 2. Jahrhundert in Verwendung ist. Bei Selge wandern wir parallel zum Paulusweg durch die antiken Dörfer und Ruinen. Überlieferungen zufolge soll Selge nach dem Krieg um Troja durch den Seher Kalchas gegründet und von Sparta aus von Griechen besiedelt worden sein. Auf antiken Münzen ist der Ort seit dem 5. Jhd. v. Chr. nachweisbar. Auf den fruchtbaren Hochebenen Oliven und Wein anzubauen, diente als wirtschaftliche Grundlage..
 
 

 

Sonntag: 12.10.2014
Wie bereits den Tag zuvor Abfahrt mit dem Klein-Bus (27 Sitzplätze) um 9 Uhr. Die Fahrt nach Selge dauerte ca. 2 Stunden. Angekommen und der Regen setzte ein. Also wurde die Regenkleidung ausgepackt und los ging die Wanderung unter Donnergrollen. Da keine Wetterbesserung zu erwarten war, stoppte unser Reiseleiter "Ci" nach ca. 1 Stunde die Gruppe; Umkehr unter teilweisem Protest. Nun, für die Sicherheit ist nun mal der Reiseleiter verantwortlich. Ob nun der Abstieg so gefährlich gewesen wäre, liegt nicht in meinem Ermessen. Um die Sache erst richtig ärgerlich zu machen, lachte bei Ankunft am Bus wieder die Sonne. Das Mittagessen, ich hatte Forelle bestellt, war köstlich! So ging es dann wieder nach der missglückten Wanderung auf zur Rückfahrt > wieder 2 Stunden. Unterwegs kurzer Halt: Baklawa (Gebäck aus Blätter- bzw. Filoteig, gefüllt mit gehackten Walnüssen, Pistazien oder Mandeln, der anschließend in Sirup eingelegt wird) wurde von fast allen Teilnehmern gekauft und verspeist. Trotzdem schmeckte auch noch das Abendessen!


TAG 4: KONYA UND DIE TANZENDEN DERWISCHE
Nach dem Frühstück brechen wir nach Kappadokien auf. Unterwegs besuchen wir das Derwisch-Museum in Konya. Konya ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und flächenmäßig die größte Stadt des Landes. Bei Ausgrabungen im Zentrum der Stadt (Aladdin-Tepe) wurden Funde gemacht, die dem phrygischen Kunsthandwerk ähneln. Als die turkmenischen Seldschuken diese Regionen im 11./12. Jahrhundert eroberten, machten sie 1116 unter ihrem Anführer Kılıç Arslan II. Ikonion zur Hauptstadt des Rum-Seldschukenreiches (Sultanat Ikonion). Den Namen Konya erhielt es erst Jahrhunderte später. Die Seldschuken brachten den einheimischen Bauern den Obst- und Gemüseanbau bei, organisierten Bewässerungsanlagen und brachten einen regen Handel in Gang.
 

 
Montag: 13.10.2014
Da eine lange Fahrt (ca. 550 km) anstand, hieß es heute zeitig aufstehen. Abfahrt war dann um 8 Uhr nach Mustafapasa, ein kleines Dorf in Kappadokien. Auf dem Weg dann Halt in Konya beim Derwisch-Museum. In diesem ehemaligen Mevlana-Kloster ist auch Celaleddin Rumi (Mevlana ist der Beiname und bedeutet soviel wie Meister) begraben. Seine Nachfolger beschlossen im Jahre 1274 ein Mausoleum über seinem Grab zu bauen. Der Sarkophag befindet sich unter der grünen Kuppel, bedeckt mit Brokat, in den Verse aus dem Koran in Gold gestickt sind. Außerdem sind im Innern verschiedene Kalligrafien ausgestellt, unter anderem der kleinste Koran. Betreten darf der Raum nur mit "Überschuhen", fotografieren ist hier nicht erlaubt. Sehenswert ist der Innenraum jedenfalls, er strahlt eine Ruhe aber auch Glanz aus. Im Außenbereich sind ein Brunnen sowie Mönchszellen mit Ausstellungsgegenständen zu bewundern.

Für mich war die Info um die Derwische neu; deshalb hier ein paar Erläuterungen:
Im Tanz verfallen die Derwische in eine Art Trance und Selbstvergessenheit um mit Allah in Kontakt zu treten (Sema). Zu Beginn des Tanzes steht der Sheik
(Ältester) auf einem Schaffell. Die Derwische tragen ein weißes Gewand, einen beigefarbenen Hut und einen schwarzen Umhang. Gemeinsam wird Andacht gehalten. Danach holt jeder die Erlaubnis zum Tanz beim Sheik, legt den schwarzen Umhang ab und beginnt sich zunächst langsam, später schneller um die eigene Achse und in gleicher Richtung zu drehen, wobei die rechte geöffnete Hand nach oben zum Himmel zeigt, um den die göttliche Weisheit zu empfangen und die linke geöffnete Hand nach unten zur Erde weist, um die göttliche Weisheit zu verteilen.
Der Tanz ist eine Art Gebet. Der schwarze Umhang versinnbildlicht das Grab, das weiße Gewand das Leichentuch, der Hut den Grabstein, das Ablegen des schwarzen Umhangs die Auferstehung aus dem Grab.

Tja, die lange Fahrt ging weiter. Nach ca. 12 Stunden, teilweise unter heftigem Regen, endlich am Ziel. Mein Zimmer war dann eine einzige Enttäuschung: ein langer Schlauch mit 2 Betten, Schrank und Tisch; den Flachbildfernseher darf ich aber nicht vergessen. Ein Oberlicht in der Türe ersetzte das Fenster. Auch das Bad war alles andere als gemütlich; eine wacklige Dusche rundete den negativen Eindruck ab. Und dafür nimmt man 12 Stunden Fahrt in Kauf. Hätte doch besser bei einem anderen Anbieter (Hauser) buchen sollen, der den Flughafen von  Ankara als Ausgangsort nahm. Es gab, wie im Internet beschrieben, auch schöne und große Zimmer. Nur als Single-Reisender war ich diesmal auf der großen Verliererseite... und das soll ein 4-Sterne-Hotel sein???

TAG 5: DERINKUYU UND DIE FASZINIERENDE IHLARA-SCHLUCHT
Vormittags besuchen wir die unterirdische Stadt Derinkuyu, eine Stadt, die bis zu 64 m und 10 Stockwerke unter der Erde liegt und sich auf einer Fläche von 2.500 Quadratmetern ausbreitet. Dann geht es zum Einstieg der Ihlara-Schlucht: 14 km lang und durchsetzt mit hunderten Räumen und Kirchen, die in den Fels geschlagen wurden. Die Ihlara-Schlucht wurde von den Schmelzwassern des Mt. Hasan und des Mt. Erciyes sowie den Wassern des Melendiz ausgespült. Es bildete sich eine ca. 14 km lange Schlucht mit Steilwänden, deren Höhen bis an die 100 bis 150 m heranreichen. In die Steilwände wurden Felsenkirchen und Wohnungen eingehauen und mit wunderschönen Fresken und christlichen Motiven geschmückt.
 

 

 
Dienstag: 14.10.2014
Der Tag begann diesmal wieder mit "normaler" Weckzeit; Abfahrt nach Derinkuyu war um 9 Uhr, die Besichtigung der unterirdischen Stadt stand an. Nach einem relativ großen Raum ging es tiefer in den Berg. Zwei aus unserer Gruppe traten den Rückzug an, die Enge war ihnen doch zu groß. In gebückter Haltung musste man sich teilweise den Gängen fortbewegen. Das System der Höhlen wurde uns von Ci ausführlich erläutert. Die Entstehungszeit ist recht umstritten; dabei wird auch von 2000 vor Chr. ausgegangen. Relativ sicher ist, dass christliche Bewohner zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert die Anlage in ihrer heutigen Form erstellten. Das oberste Stockwerk war für die Tiere, darunter die Wohn- und Schlafräume, unten Lager- und Versammlungsräume. Mit großem Aufwand wurde das Belüftungssystem erstellt, schließlich ist dies ja lebensnotwendig. So wurden auch "Blindschächte" eingebaut, die Angreifer von außen täuschen sollten. Zur Verriegelung der Eingänge wurden in verschiedenen Etagen Rollsteintüren eingebaut, die bei Gefahr von innen den Zugang verschlossen.
Die unterirdische Stadt war von Touristen aus aller Welt gut besucht, teilweise musste aufgrund andere Gruppen Wartezeiten in Kauf genommen werden. Ja, die Enge kann dann schon etwas beängstigend wirken; Klaustrophobe ist hier nicht angebracht.
Anschließend die Wanderung durch die Ihlara-Schlucht. Über zahlreiche Treppen geht es abwärts in das Tal. Am Bachlauf entlang führt der Weg an schroffen Felswänden vorbei, zahlreiche Höhlenbauten und Felskirchen sind darin eingearbeitet.
Auch dieser Tag ging nicht ohne Regen zu Ende, auf der Rückfahrt ließ Petrus etwas Wasser von oben fallen.

TAG 6: DAS ROSEN-TAL, DAS ROTE TAL UND UÇHISAR
Wir fangen unseren Tag am höchsten Punkt der Region an: in Uçhisar. Der 360-Grad-Blick von Uçhisar ist grandios. Danach besichtigen wir eine der wenigen Tuffsteinwohnungen der Region, die noch bewohnt sind. Wir lernen eine Familie kennen und können sogar auf dem Tuffsteinbalkon der Wohnung einen türkischen Tee mit Uçhisar-Panorama genießen. Danach geht es weiter nach Meskendir, das voller alter Felshäuser und Resten der christlichen Bevölkerung ist. Von hier wandern wir weiter zum Roten Tal, dank seiner Formationen und Farben wohl eines der schönsten Täler in Kappadokien. Hier besuchen wir versteckte, in den Fels gehauene Kirchen mit einem Abstecher in das Rosen-Tal. Die Kirche der Drei Kreuze wurde im 7. Jh. n. Chr. aus dem Fels gehauen und Reliefs und Fresken wurden bis ins 10. und 11. Jhd. eingraviert und bemalt.
 

 

 
Mittwoch: 15.10.2014
Heute stand eigentlich das Highlights auf dem Programm: Ballonfahren! Bereits um 5:30 Uhr wurden wir vom Hotel abgeholt und zum Startplatz gefahren. In der Dunkelheit waren die Ballone vom Personal bereits vorbereitet worden. Mit Ventilatoren wurde die liegende Hülle aufgeblasen, anschließend mit heißer Luft durch den Brenner. Langsam aber sicher richtete sich der Ballon nun auf. Der Einstieg in einen der 4 Körbe war für manche etwas beschwerlich, aber das Personal half tatkräftig nach :-) Es folgte eine kurze Unterweisung in englischer Sprache und dann hob der Korb schon ab in den noch nächtlichen Himmel. Aus dieser Perspektive konnte man schnell die große Anzahl der weiteren Ballon sehen > ca. 100 stiegen gemächlich nach oben. Das laute Zünden der Brenner hallte aus allen Richtungen. Es war wirklich beeindruckend, wie im gesamten Umfeld Ballone aufstiegen bzw. auch wieder an Höhe verloren. Um Richtungshinweise zu erhalten, stand unser Pilot Ceyhan über Funk mit der Leitstelle in Verbindung. Nach ca. 25 Minuten ließ sich auch die Sonne blicken; ein neuer Tag begann! Im Korb selbst ging es relativ eng zu, wir waren mit 5 Personen voll besetzt, weitere 13 Personen in den 3 anderen Körben sowie natürlich unser Pilot.150 Euro Startgeld pro Person durften bezahlt werden, ergibt in Summe für alle Starts ca. 300 000.- €; ein recht einträgliches Geschäft also! Aber der Eindruck ist so gravierend, dass sich die Fahrt bzw. der Flug lohnt. Nach der 1-stündigen Fahrt wurde zur Landung angesetzt. Das Transportfahrzeug stand bereits in Position und die Landung erfolgte fast ganz präzise auf dem Hänger; einfach irre! Nochmals kurz den Brenner eingeschaltet und leicht abgehoben, dann wurde er von der Crew in die genaue Position gezogen. Das war es dann. Der Ausstieg war ähnlich wie der Einstieg, nur dass einige Damen auf Händen zu Boden gelassen wurden. Die Ballontaufe verlief kurz und bündig: 2 Flaschen Sekt wurden etwas geschüttelt und unter dem Druck der Kohlensäure geöffnet. Die Fontäne erreichte uns jedoch nicht > also keine richtige Taufe. Nach dem Umtrunk auf die gelungene Fahrt und unseren Piloten wurden die Urkunden verteilt. Ach ja, die leeren Sektgläser erhielten das Trinkgeld für die Crew.
Nach einem kurzen Frühstück begann dann das eigentliche Tagesprogramm. Beginn war der Aufstieg auf die Felsenbug von Uçhisar. Der Rundumblick entschädigte für die vielen Stufen... Durch das rote Tal führte die anschließende Wanderung; auch hier verlassene Höhlenwohnungen aber auch kleine Felsenkirchen. Nach dem Mittagessen, wie könnte es auch anders sein, Regen, der sich aber glücklicherweise in Grenzen hielt. Über das Rosen-Tal ging es weiter nach Göreme zum "Alten Mann". Ci hatte uns bereits für den Einkauf richtig heiß gemacht > hier gab es unnütze aber auch nette Waren im Überfluss, ungeordnet aber preisgünstig. Preisverhandlungen waren laut Info von Ci aber auch einem mehrsprachigen Aushang unerwünscht und untersagt! Jedenfalls hat der "Alte Mann" mal wieder guten Umsatz gemacht... Vor dem Abendessen erkundete ich noch im Alleingang das Dorfleben von
Mustafapaşa. Auch hier hat der Tourismus Einzug gehalten. Kleine Läden mit typischen Urlaubssouvenirs, nette Obst- und Gemüseläden, Restaurants mit Kaminfeuer, Apotheke mit rezeptfreiem Viagra :-) aber auch hier teilweise umgebaute und renovierte Höhlenwohnungen.
TAG 7: DAS WEISSE TAL UND GÖREME
Wir durchwandern Akvadi (das Weiße Tal) und folgen dem alten Flussbett des Flusses, der heute die umliegenden Weinberge mit Wasser versorgt. Das Akvadi-Tal, oder auch Weiße Tal, besticht vor allem durch seine hohen und schlanken Feenkamine und seine zahlreichen Schrebergärten und Weinreben. Wir wandern weiter bis nach Göreme zu unserem Restaurant. Nachmittags besuchen wir das Göreme Open Air Museum. Göreme hieß in byzantinischer Zeit Matiana, dann Avcılar, bis es in den 1980er Jahren aus touristischen Gründen in Göreme, ursprünglich eine Bezeichnung für das Gebiet der nahegelegenen Höhlenkirchen, umbenannt wurde.
 
 

 
Donnerstag: 16.10.2014
Vor dem Frühstück unternahm ich im Alleingang einen Morgenspaziergang; eine kleine Straße vor dem Hotel führt bergauf. Der Blick von oben auf das Hotel und die Umgebung entschädigte für die morgendliche kurze Anstrengung. Ein Kätzchen freute sich über meinen Besuch und umschmeichelte meine Füße, wollte sogar an meinen Beinen nach oben > richtig süß!
Abfahrt zur Wanderung im Weißen Tal wie gewohnt um 9 Uhr. Heute war uns die Sonne wohlgesonnen. Aber auch die Landschaft mit den Feenkaminen zeigte sich von seiner schönen Seite. Über das Taubental ging es weiter nach Göreme, eine wirklich schöne und gemütliche Wanderung unter blauem Himmel > Herz was willst mehr? Kurze Einkehr beim "Alten Mann", da von einigen Mitreisenden Briefmarken u. ä. besorgt werden mussten. Nach dem Mittagessen war Kultur angesagt: Das Freilichtmuseum von Göreme. Vor der Besichtigung wurden von Ci Erläuterungen mit vielen Daten abgegeben. Sein Wissen war schon enorm; nur wer von uns merkt sich das alles? Ich mache mir halt nach der Reise nochmals die Mühe, über Reiselektüren und Internet das gesehene nachzuvollziehen. Zum Freilichtmuseum: Das Open-Air-Museum ist eine ehemalige Klosteranlage aus dem 11.Jahrhundert mit etwa 10 kleineren Kapellen. Sie sind in den Tuffstein aber auch in Felsen geschlagen. Die schönste Kirche ist die sogenannte „Dunkle Kirche“, die so heißt, weil hier noch weniger Tageslicht einfällt als in die anderen. Dadurch ist die Farbenpracht der Bilder recht gut erhalten (extra Eintritt 10 TL). In allen Kirchen ist inzwischen das fotografieren untersagt, so dass ich mir aus dem Internet einige Bilder "entliehen" habe.

TAG 8: DAS ÇAT-TAL, PASABAG UND ÇAVUŞIN
Wir fangen unseren Tag mit der Wanderung im Çat-Tal an. Es gibt unterschiedliche Aussagen über die Herkunft des Namens Çat. Die wohl zutreffendste ist, das das kleine Dorf Çat und das Çat-Tal der Überlieferung nach an zwei sich überkreuzenden Tälern gelegen waren (Çat = sowohl Wegkreuzung als auch Straßenkreuzung) und ihren Namen aus diesem Grunde erhielten. Es wird auch berichtet, dass der Name sich aus den umliegenden, nahen Karawanserei-Straßen, die sich im zentralen Anatolien überkreuzen, herauskristallisiert haben soll. Das Çat-Tal ist eines der längsten Täler Kappadokiens und von Feenkaminen und Taubenschlägen umgeben. Nach der Mittagspause geht es weiter nach Paşabağ. Die Feenkamine (Tuffsteinformationen) in Paşabağ sind wohl die typischsten in Kappadokien. Am mittlerweile weltberühmten Feenkamin-Gendarmerieposten in Paşabağ vorbei wandern wir weiter nach Çavuşin.
 
 

 
Freitag: 17.10.2014
Nachts regnete es diesmal in Strömen, glücklicherweise nicht mehr bei Antritt zum letzten Wandertag. Natürlich sind auch im Çat-Tal Feenkamine und zu Taubenschlägen umgebaute Höhlenwohnungen zu sehen. Der Weg führte entlang eines kleinen Baches mit allerdings recht unangenehm riechendem Wasser. Immer wieder musste der Bach überquert werden, die kleinen Bachübergänge sind leider überwiegend durch Hochwasser zerstört. Aber mit etwas Schwung und bei Bedarf mit Ci's Hilfe wurden diese Hürden von allen gut genommen. Eigentlich eine etwas langweilige Tour... Auch das Mittagessen war schwach und wenig schmackhaft. Ein weiterer Reisehöhepunkt war Paşabağ. Das Tal wird auch das Tal der Liebe genannt > es darf geraten werden, warum? Ob es an der speziellen Form mancher Feenkamine liegt? Es ist schon toll, welche Auswirkungen Wasser und Wind im Laufe der Jahrtausende haben können. Diese turmähnlichen Tuffsteinformationen, oft mit einem aufliegenden und schützenden Deckstein versehen, können eine Höhe von 30 Metern aufweisen und erinnern optisch häufig an Spargelstangen oder an Phallussymbole. Tja, bei diesem Teil der Wanderung setzte mal wieder leichter Regen ein. Was tut man nun noch mit der restlichen Zeit des Tages? Ci machte den Vorschlag, im Geschäft des Sohnes vom "Alten Mann" etwas über Teppiche zu erfahren. Mein persönliches Interesse an seinem Vortrag hielt sich in Grenzen; andere zeigten mit Fragen mehr Neugierde. Gekauft hat jedenfalls keiner einen Teppich, wobei eine Lieferung nach Deutschland sicherlich kein Problem wäre. Und so ging auch dieser Tag mit einem gemeinsamen Abendessen zu Ende. Ach ja, da es ja üblich ist, dem Busfahrer sowie dem Reiseleiter ein Trinkgeld zu spendieren, kam ich auf die Idee, bei Elke nachzufragen, ob sie für Ci eine kleine Abschiedskarte zeichnen könnte. Sie sagte zu, aus ihrem Malbuch eine Seite zu opfern und zu bemalen. Übrigens eine gelungene Karte mit wichtigen Details > Wanderschuhe, Rucksack, Feenkamine, Ballon, Geschenkeladen < einfach toll!
TAG 9: DIE KARAVANSEREI VON SULTANHANI
Nach dem Frühstück verlassen wir Kappadokien und fahren zurück nach Antalya. Unterwegs kehren wir in die berühmte Karawanserei von Sultanhani ein. Gegründet im Jahre 1229 unter dem seldschukischen Herrscher Kai Kobad I., wuchs sie, aufgrund der zentralen Lage an der historischen Seidenstraße und am seldschukischen Karawanenweg, schnell und ist heute die größte Karawanserei in Kleinasien. Man betritt sie durch ein reich verziertes Portal im Nordosten und gelangt in einen rechteckigen Hof, in dessen Mitte eine kleine Moschee steht. Dem Eingangsportal gegenüber schließen an den Hofplatz die Stallungen an, deren Grundfläche nochmals etwa der Hofgröße entspricht. Das Dachgewölbe der Stallungen tragen 32 Säulen, die den Raum in mehrere Schiffe gliedern.
 
 

 
Samstag: 18.10.2014
Mal wieder die Koffer packen, Abfahrt nach Antalya war 7:30 Uhr. Bereits nach wenigen Kilometern setzte mal wieder der Regen ein. Nun, im Bus macht des weniger Probleme, aber langsam reicht es mit dem Wasser von oben! Busstop in Sultanhani ohne Regen; eine Karawanserei auf halbem Weg zwischen Konya und Aksaray. Gegründet im Jahre 1229 unter dem seldschukischen Herrscher Kai Kobad I., wuchs sie, aufgrund der zentralen Lage an der historischen Seidenstraße und am seldschukischen Karawanenweg, schnell und ist heute die größte Karawanserei in Kleinasien. Das Eingangsportal ist mächtig und schön verziert, ansonsten ist außer der großen Stallung nicht viel zu sehen. Ja, wir hatten dann viel Zeit > ein Plattfuß am Bus hielt uns eine Stunde auf. Dass bei der Reparatur des Reifens noch zusätzlich einiges schief lief, bekamen wir glücklicherweise nicht mit. Unser Fahrer war ja alleine in die Werkstatt gefahren um den Reifen richten zu lassen. Beim Füllen des Reifens platzte dieser und verletzte den jungen Mechaniker angeblich erheblich. Unseren recht ruhigen Fahrer hatte das Missgeschick doch getroffen. Die Weiterfahrt verlief ruhig, die meisten schliefen dann doch immer wieder vor sich hin. Die 12 Stunden Rückfahrt empfand ich jedoch länger... Im Hotel ADALYA etwas frisch gemacht und auf zum letzen Abendessen. Das von Theo vorgetragene Gedicht auf Ci und die Reise war gelungen. Elke überreicht dann zur Überraschung von Ci ihre hübsch gestaltete Abschiedskarte mit dem gesammelten Trinkgeld. Große Verabschiedung von Ci aber auch von den Mitreisenden, die zu sehr unterschiedlichen Zeiten am nächsten Tag abreisten bzw. die Verlängerung antraten.
TAG 10: ABSCHIED NEHMEN VON DER TÜRKEI
Abschied nehmen von der Türkei und Rückflug in die Heimat.
     
Sonntag: 19.10.2014
Für mich sowie 6 weitere Mitreisende war um 8:10 Uhr Abholung zum Flughafen. Manfred und Susi waren dann noch der Rest, die mit mir den Flug nach München antraten. Durch den Fön war über den Alpen ein herrlicher Blick zu genießen, klar und gut sichtbar lag der Chiemsee vor dem Alpenpanorama. Die restliche Heimfahrt nach Augsburg verlief dann trotz des Streiks der Bahn glücklicherweise ohne Probleme.


 

 

Fazit:


Die Gruppengröße von 21 Personen überschritt sogar die gemäß Katalog ausgeschriebene Maximumteilnehmerzahl von 20 Personen.
Einige Teilnehmer kannten sich bereits von früheren Reisen und bildeten dann eine kleine Gruppe in der Gruppe.
Altersmäßig lag ich vermutlich in der Mitte, Theo mit etwas über 80 Jahren war der "Grufti".
Zur Reise:
Die Wanderungen waren nicht beschwerlich und gut organisiert.
Das täglich eingeschlossene Mittagessen war für mich ungewöhnlich, es war überwiegend gut und schmackhaft; meist war sogar ein Bier bzw. ein Glas Wein inbegriffen. Landschaftlich ist die Gegend jedenfalls einen Besuch wert. Die Feenkamine und Höhlenwohnungen verzauberten mich mit ihrer Vielfalt. Das Highlight war sicherlich die Ballonfahrt. Mit der aufgehenden Sonne am Himmel zu schweben, unter dir die zauberhafte Landschaft, unzählige Ballone von allen Seiten, ein wirklich unvergessliches Erlebnis.
Unser Reiseleiter Ci trug mit sein Wissen unterhaltsam vor. Ob jedoch alles der Wahrheit entspricht, wage ich dann doch zu bezweifeln. Sooo viele Millionäre in Mustafapasa und Umgebung? Angefangen vom "Alten Mann" über den Hotelbesitzer...
Leider ließ uns das Wetter etwas im Stich: An 6 Tagen immer etwas Regen, der sich meist jedoch in Grenzen hielt.
Weniger gut die beiden Hotels. Gemäß Beschreibung sollten beide Unterkünfte 4 Sterne haben; das kann ich aber beim besten Willen nicht nachvollziehen. Besonders das Hotel "BEZIRHANEOTEL" in Kappadokien war für mich die größte Enttäuschung der Reise. Gerade die Beschreibung im Internet hatte mich dazu bewogen, die lange Fahrt von Antalya nach Kappadokien in Kauf zu nehmen. In den letzten Reisen war glücklicherweise die Benachteiligung als Singlereisender eigentlich nicht bemerkbar. Hier aber zeigte sich der Unterschied überdeutlich. Als ich "Ci" darauf ansprach, kam nur die lapidare Bemerkung: Ist halt ein Einzelzimmer! Das Zimmer war für einen Aufenthalt wirklich nicht geeignet, gerade noch ausreichend für schlafen und umkleiden! Dass die Heizung einen unangenehmen Gestank verbreitete, sei nebenbei erwähnt. Werde jedenfalls bei ASI bzw. TUI auf diesen Missstand hinweisen; dito bei HolidayCheck. Bin gespannt, wie darauf reagiert wird.
PS: Der Honig zum Frühstück war übrigens hervorragend!
Nachtrag: Von ASI kam nach 3 Wochen eine "Entschuldigung", der Reiseleiter hätte sich um diesen Missstand kümmern müssen. Als kleine "Entschädigung" kam dann noch per Post ein Gutschein über 50.- Euro...