Lehrlingstreffen

OSRAM

...hier noch einige "private" Fotos aus meiner beruflichen aber auch "Rentnerzeit"...


Kleiner beruflicher Lebenslauf
 

1961  

Lehre als Mechaniker

Albert   Tja, wenn ich damals schon gewusst hätte (was sicherlich schon geplant war), dass OSRAM die Ausbildung nach Neusäß verlagert, hätte ich meine Lehre beim Fernmeldeamt Augsburg als Feinmechaniker gemacht. So hatte ich aber beim Fernmeldeamt abgesagt und OSRAM als Ausbildungswerkstätte gewählt!
Vieles wäre sicherlich anders verlaufen...

1964

Facharbeiter im MB-Ns


1972

Meisterprüfung

 Handwerkskammer Augsburg


1972

Beginn der NC-Fertigung

Hübomat BA 20

 


1978

Umzug nach Augsburg, weiterer Aufbau der CNC-Fertigung  sowie der Abteilung auf ca. 80 Personen

  MB-A  

1986

25-jähriges Dienstjubiläum

 

Dienstjubiläum 1986

   

1992

  • 20 Jahre NC-Technik im Hause OSRAM

    Im Frühjahr 1972 begann für OSRAM im Maschinenbau eine neue Ära, es wurden die ersten NC-gesteuerten Werkzeugmaschinen in Betrieb genommen. Als Standort für die Kurvenfräs- und Schleifmaschine sowie das Bohr- und Fräszentrum wurde der damalige Maschinenbau Neusäß ausgewählt.
    Diese junge Technik erforderte einige Umstrukturierungen im Arbeitsablauf, da zum Betrieb dieser Maschinen nicht nur das Bedienungspersonal sondern auch Programmierer notwendig waren.
    Hier sollte vielleicht kurz auf den Begriff >NC < eingegangen werden. NC = Numerical Control, das heißt die Befehle werden der Werkzeugmaschine mit Hilfe einer Steuerung eingegeben. Im Gegensatz zur herkömmlichen manuellen Werkzeugmaschine, die vom Bediener über Handräder gesteuert wird, kommen bei der NC-gesteuerten Werkzeugmaschine die Befehle aus der Steuerung. Diese gibt z.B. an den Regler bzw. Motor Signale eine bestimmte Wegstrecke mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit zu fahren. Durch einen Soll - Istvergleich wird an der richtigen Position der Motor abgeschaltet. Diese Steuerbefehle werden vom Programmierer vorgegeben und anschließend über Lochstreifen an die Maschine weitergegeben. Für die Bearbeitung der Werkstücke wird die Maschine vom Bediener eingerichtet, der Arbeitablauf über Lochstreifen eingelesen und nun von der Maschine den Steuerbefehlen entsprechend umgesetzt.
    Nun aber wieder zurück zu den ersten Maschinen, die auch mit ein Grundstein für BK-Fertigungslinien waren. Erstmals wurden statt nach Kopierschablonen hergestellte Schaltkurven gehärtete und geschliffene Werkstücke gefertigt. Bedeutsam war auch die Reproduzierbarkeit der Fertigungqualität. Nur so war eine Leistungssteigerung der Fertigungsmaschinen bei gleichzeitiger erhöhter Genauigkeit möglich. 1978 wurde der Maschinenbau nach Augsburg verlegt. Zur gleichen Zeit wurde als weiterer Schritt eine CNC-gesteuerte Drehmaschine integriert. CNC = Computerized Numerical Control, das heißt eine numerische Steuerung, bei der ein Mikrocomputer in Verbindung mit entsprechender Betriebssoftware verwendet wird, um NC-Funktionen zu realisieren.
    Als weiterer Meilenstein sollte der 1984 eingerichtete DNC-Betrieb erwähnt werden. DNC = Direkt Numerical Control, das heißt die Maschinen erhalten ihr Teileprogramm über Kabel direkt vom zentralen Rechner. Hiermit konnten nun die Daten der über 3000 Lochstreifen für die damals 10 gesteuerten Werkzeugmaschinen im Zentralrechner verwaltet werden. 1991 / 1992 wurde der Maschinenpark durch weitere Maschinen erweitert.
    zwei flexible Fertigungszentren mit Zugriff auf je 150 Werkzeuge, gesteuertem Messtaster, Werkzeugkühlung durch die Spindel (das heißt Bohrer u. ä. werden durch das Werkzeug direkt an der Schneide gekühlt) sowie Kodeträger am Werkzeugschaft für die Identifikation. Als Besonderheit muss natürlich noch der Palettenpool mit 8 Stationen für unterschiedliche Bearbeitung erwähnt werden.
    sowie eine Drehzelle für Komplettbearbeitung. Wie der Begriff bereits aussagt, können hier in einer Bearbeitung Dreh- Fräs- und Bohrarbeitsgänge ausgeführt werden. So konnte zum Beispiel für ein manuell hergestelltes Ventilgehäuse = 27 Minuten über die NC-Fertigung = 14,5 Minuten die Stückzeit auf 4 Minuten reduziert werden.
    Zwischenzeitlich wurde diese Technik auch in den übrigen OSRAM-Werken eingeführt. Selbstverständlich werden auch unsere jungen AZUBIS in ihrer Ausbildung an diesen Maschinen geschult.
    Ein Maschinenpark ohne diese Technik ist heute sicherlich nicht mehr konkurrenzfähig. Trotzdem ist die herkömmliche Bearbeitung nicht wegzudenken, wobei auch hier Erleichterungen wie Digitalanzeigen u. ä. eingeführt wurden.
    FAZIT: Die Fortschreitung der neuen Technik fordert vom Facharbeiter an der Maschine mehr den je sein Wissen auszubauen und umzusetzen.

 


1994

Ein Jahr mit viel Unruhe und "Ungereimtheiten". Die Ursache kann ich selbst heute noch nicht ganz nachvollziehen!
War "LE" der Initiator?

?????
> ein Jahr mit vielen Fragezeichen und Ungereimtheiten


1995

Arbeitsvorbereitung


1995 OSRAM Slovakia, Aufbau und Integration des Maschinenbaues   OSRAM Slovakia ..nach einem Jahr in der AV-A folgte eine nicht "ganz freiwillige" Abordnung in die Slowakei...
 

 

 


Am 18.09.1995 war mein erster Aufenthalt in Nove Zamky, TESLA hieß die Lampenfabrik damals noch. Der erste Eindruck des Werkes war alles andere als positiv, Schmutz, Unordnung, Chaos herrschte in und um die Gebäude. Im Hotel Stardust, das einer Schweizer Firma gehörte, waren die ersten Gespräche der angehenden Geschäftsleitung und Organisatoren. Auch eine wenig erfolgreiche Wohnungssuche stand auf dem Programm. Zurück in Augsburg begann die Prozedur für die Arbeitsgenehmigung und den Abordnungsvertrag. Aber auch gesundheitliche Nachweise wie eine Aidsuntersuchung standen an. Alle Dokumente mussten natürlich in die slowakische Sprache übersetzt werden!
Am 06.12.1995 war dann es dann soweit; mit dem Auto ging es 750 km zu meinem neuen Arbeitsplatz und Wohnsitz. Große Unterstützung fand ich damals bei Adrika, die im Hotel an der Rezeption beschäftigt war. Wie hätte ich sonst all die Dinge wie Wohnungssuche, slowakischer Ausweis und vieles mehr bewältigen sollen. Ein slowakisches Wörterbuch war ansonsten die einzige Hilfe; es gab noch kein Google für Übersetzungen. Positiv war ich von der fachlichen Qualität der Mitarbeiter beeindruckt; die Gewissenhaftigkeit mancher  Mitarbeiter ließ jedoch sehr zu wünschen übrig. Aber zuerst wurde mal die Werkstatt und die Maschinen geputzt, Lampen eingesetzt, die Maschinen neu geordnet und umgesetzt; ein wirklich nicht einfaches Unterfangen. Auch die Beschaffung von Werkzeugen, Material und Zubehör stellte mich oft vor fast unlösbare Probleme. Ein Kauf auf Rechnung war ausgeschlossen, Barkauf wurde dann oft auch auf meine Kasse ausgeführt. Dafür gab es zum 13. jeden Monats die Gehaltszahlung in der Tüte, hierzu eine Seife und eine Rolle WC-Papier!
Nach 3 Monaten Aufenthalt im Hotel dann endlich Umzug in mein privates Zuhause, ein älteres Haus mit Garten. Wie schleppend diese Aktion verlief, möchte ich hier nicht im Detail beschreiben. Auch hier wäre ich ohne Adrika auf verlorenem Posten gewesen! So zog sich der Umzug über 1 1/2 Monate hin, Zusagen für die Hauseinfahrt und ähnliches wurden immer wieder gebrochen. Am 05.03.1996 war es dann soweit. Ich kann mich noch gut an diesen Tag erinnern: Der Zugang zum Haus war nur über das Nachbargrundstück möglich, der Nachbarhund zog mich an der Hose; hier also sollte ich die nächsten Monate wohnen. Für mich war es einfach wichtig, etwas Privatsphäre zu haben. So hatte ich aber neben den Aufgaben im Maschinenbau halt die Probleme am Haus zu bewältigen > Zufahrt, Warmwasserversorgung, Telefon; es wurde nicht langweilig.
Auch im Maschinenbau ging es sehr langsam vorwärts; Rückschläge waren keine Seltenheit. Immer wieder wurde die Lieferzeit der Bestellungen überschritten und Qualitätsmängel angemahnt. Ein gewaltiger Schritt war die Neueinteilung der Mitarbeiter und Meister, die Änderung der Vorgabe zu den Planzeiten bzw. Istzeiten für die Teilefertigung, die Einführung der Arbeitspläne auf Excel, die ersten Leistungsbewertungen!
Dass von einigen Mitarbeitern aus Augsburg meine Tätigkeit in Nove Zamky boykotiert wurde, sei hier auch mal erwähnt. Mein persönlichen Ehrgeiz, die Leistung des Maschinenbaues aufzubauen, wurde dadurch jedoch angespornt. Und so stieg ich wohl oder übel immer tiefer in die Materie ein. Ein dickes Lob muss hier auch an einige Mitarbeiter gerichtet werden > Eigeniniative, Improvisieren und fachliches Können halfen mir manches Problem zu lösen!
Im Juni wurde nach vielen Mahnungen und Reklamationen das Haus außen renoviert: neue Fenster mit Rollos wurden eingesetzt, die Fassade gestrichen. Es war nun das schönste Haus der Straße!
So vergingen die Monate mit positiven aber auch negativen Vorkommnissen. Es gab sicherlich auch schöne Erlebnisse: Der Nachbarhund wurde mein neuer Freund, an meinem Gartengrill röstete ich manches Kotelett, der Besuch von den OSIMA-Mitarbeitern wurde mit Bier gefeiert. Auch L. Johnsen und R. Kreissl kamen zu einem Umtrunk. So fand ich auch Kontakt auf dem Tennisplatz, im Fitness-Studio aber auch privat.
Als dann im Oktober 1996 von Seiten OSRAM eine Vertragsverlängerung im Raum stand, konnte ich mich nicht dem damaligen Leiter des Maschinenbaues einigen. Das geplante Aufgabenfeldes nach meiner Rückkehr in Augsburg entsprach nicht meinen Erwartungen.
So wurde aus den Bewerbern vor Ort ein Nachfolger gesucht, den ich mehr oder weniger erfolgreich einlernen durfte.
Für mich näherte sich das Ende meiner Abordnungszeit. Mit einem kleinen Abschiedsessen im Maschinenbau (Spanferkel, das ich selbst aussuchen durfte > wurde vom Bäcker toll zubreitet) sowie einer Abschiedsrede ging diese Ära zu Ende. Aber auch die Mitarbeiter bedankten sich ihrerseits mit einem Präsent für meine Zeit im Maschinenbau. In all diesen Monaten habe ich menschlich viel neues gelernt und berufliches verändert.
Im Rückblick hat diese Zeit eben nicht nur negatives gebracht!
So ging es dann am 29.11.1996 vollgepackt im Auto Richtung Heimat.
 


1997

Arbeitsvorbereitung, Betreuung OSRAM Slovakia


1999

 Einführung SAP R3

 


2000

Einkauf

 

  EK-A  

2001

40-jähriges Dienstjubiläum

 

Dienstjubiläum 2001    

2003

September > Beginn der Altersteilzeit


2005

 22.12. > Abschiedsessen

Abschied 2005

   

2006

März > Beginn der "Ruhephase" meiner Altersteilzeit


  ...mehr als 44 Jahre im Hause OSRAM...

 Es begann als Lehrling bei H. Anders, anschließend als Facharbeiter im Maschinenbau Neusäß (Meister > H. Kretschy) bis dann unter H. Wallner die NC-Fertigung eingeführt wurde. Diese Entwicklung hatte sicherlich einen großen Anteil an meiner weiteren beruflichen Laufbahn. Relativ schnell wurde der Bereich der NC-Fertigung erweitert. Durch die große Handlungsfreiheit unter H. Lutzenberger bzw. H. Dietz wurde die Teilefertigung im Maschinenbau Augsburg nach meiner Übernahme als Meister stark von mir geprägt. Cirka 90 Mitarbeiter, davon ein Großteil an CNC-Fertigungsmaschinen tätig, steuerten im 2- bzw.3-Schichtbetrieb ihren Anteil zu guten Lampenfertigungslinien bei! Nach einer kurzen "theoretischen" Phase in der AV ging es "praktisch" in Nove Zamky (Leitung Maschinenbau > Tibor Bednarik) weiter. Der relativ marode Maschinenbau sollte die Kostenvorteile des Standortes Slowakei einbringen; Anfangs ein nicht leichtes Unterfangen! Sprachliche aber auch menschliche Hindernisse erleichterten diese Aufgabe nicht unbedingt. Meinerseits ging es nach dieser "Aufbauphase" zurück zur Theorie in die AV (Leitung > Anton Schmid) bzw. nach der Neugliederung in den Einkauf (Leitung > Bernd Seckler). Dabei blieb in beiden Bereichen die Verbindung zu OSK immer mit im Blickpunkt. Dass der Aufbau "Osten" letztendlich positiv war, zeigt, dass sich der Maschinenbau OSRAM Slovakia in der Beschaffung von Zeichnungsteilen und Baugruppen mit zu den "TOP TEN" Lieferanten entwickelt hat.
Nach all diesen Jahren naht nun der Ausstieg aus meinem aktiven beruflichen Leben > habe ich mir verdient!